Mit 60 PS durch Frankreich (2001)
Unsere Tour mit dem Motorsegler sollte im Jahr 2001 nach Frankreich führen.
Lange Zeit herrschte schlechtes Weter, sodass die Durchführung mehr als fraglich erschien. Doch Petrus hatte nachsehen und bescherte uns dann noch 10 Tage schönstes Flugwetter.
Unsere erste Etappe brachte uns gerade mal bis Middelburg (2) auf Seeland in den Niederlanden.
Aufgrund der Gewitterwarnung auf unserem Kurs mussten wir hier übernachten. Einen Platz für unser Zelt findet sich auf dem kleinsten Flugplatz.

Auf fast allen Flugplatzen konnten wir Fahrräder ausleihen. Damnit konnten wir auch das Umfeld der Flügplätze erkunden.
So schnell und wendig unser Motorsegler in der Luft auch ist, mit seiner Spannweite von 17m taugt er nur bedingt zur Fortbewegung am Boden.

Am nächsten Tag waren die Wettervorhersagen mehr als nur hervorragend. So konnten wir unseren Flug entlang der Küste in Richtung Atlatik beginnen. Nach einem Tank- und Zollstopp in Abbeville (3) ging es weiter nach Granville (4).
Mit einer Reisegeschwindigkeit von 130km/h hatten wir viel Zeit die beeindruckende Gegen zu bewundern. Auch war es kein Problem Freigaben zum Durchflug durch die Lufträume der Flughäfen zu bekommen.
Bei den perfekten Sichten konnte man England sehr gut sehen.

Nach einer Übernachtung unter der Tragfläche in Granville ging es am nächsten Tag weiter nach Ile d'Quessant (5), einer vorgelagerten Insel im Atlantik.
Die Strecke führte vorbei an dem berühmten Kloster von Le Monte-Saint Michel und an so historischen Orten wie Omaha Beach in Richtung Westen.

Auf dieser winzigen Insel im Atlantik gönnten wir uns ein Zimmer in einer Pension. Eigentlich war ja alles ausgebucht. Aber da zieht der Besitzer auch schon mal in die Garage um, um für seine Gäste Platz zu schaffen.

Mit geliehen Mountenbikes kann man jede Ecke der Insel schnell erreichen. Die schroffe Natur im Westen hat uns dabei besonders gut gefallen. Hier zeugen noch einzelne Bauwerke von den Wirren des 2. Weltkrieges und von den primitiven Navigationstechniken der Seefahrer vergangener Zeiten.
Es wurden z.B. unter Wasser Glocken montiert, die bei entsprechender Ausrüstung der Schiffe, eine Navigation auch im Nebel erlaubten.
Gut, dass unser Flieger mit GPS ausgestate ist.

Von jetzt an führt unser Flug in Richtung Süden. Mit einem Tankstopp auf dem Flughafen von Quimper (6) fliegen wir wieder eine kleine Insel in der Nähe von Nantes an.
Auf dieser Route befindet sich ein sehr großer Militärflughafen. Der Lotse war sehr hilfsbereit und hat uns entlang einer VFR Route an der Küste fliegen lassen.

Auf der Insel Ile d' Yeu (7) mussten wir dann zwei Tage Zwangspause einlegen. Ein kleines Regengebiet hinderte uns am Weiterflug.
So hatten wir einige Tage Zeit die Insel zu erkunden.

Langsam wurde es Zeit, dem Kurs in Richtung Heimat zu ändern. Unsere Reiseplanung hatte noch 4 Tage Badeurlaub im Binnenland von Frankreich, in dem Ort Chauvigny (9), vorgesehen. Dort sollten wir unsere Vereinsfreunde treffen, die dort mit Segelflugzeugen Urlaub machten.
Bei dichten, tiefen Wolken sind wir gestartet und bei strahlendem Sollenschein gelandet.

Unser Flugzeug tauschten wir hier gegen ein Kajakt aus. Der Motorsegler stand damit unseren Freunden für Rundflüge zur Verfügung.

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Wir entschlossen uns nach vier Tagen den Heimweg anzutreten. Unter uns zog die französische Binnenland vorbei. Hier empfanden wir unsere 130km/h schon recht langsam. Nur selten wurden die endlosen Äcker durch Dörfer und Städten unterborchen.

Nach 10 Tagen erreichten wir wieder Stadtlohn. Aufgrund der Fülle an Eindrücken kam einem die Zeit aber sehr viel länger vor.
Aktualisiert (Donnerstag, 31. Dezember 2009 12:38)

